Manifest (ein Entwurf, 11. Juli 2026)
Wir verstehen die Welt als Entwurf. Sie ist nicht fertig. Wir können sie gestalten. Dazu braucht es Mut. Und Anmut. Gestaltung ist nicht neutral. Gestalten bedeutet: Einmischen. Was Gebrauchsgrafik (fokussiert auf Druck), Kommunikationsdesign ( + Kampagne und visuelle Systeme) und Visuelle Kommunikation (+ audiovisuell, vernetzt) waren, ist heute ein weites Feld von Möglichkeiten sich zu engagieren. Für Städte, die ihren Bewohnern gehören, für lebenswerte ländliche Räume, für eine Ökonomie, die den Planeten nicht aufraucht, für Gesellschaften, die offen sind für Kommendes. Es ist an uns, dieses Feld zu bestellen und unseren Beruf zu definieren.
Es geht nicht darum Medien zu gestalten, sondern Kommunikations- und Aushandlungsprozesse. Wir benutzen alles, was es dazu braucht – ein freundliches Wort, eine Gießkanne, eine Zeichnung, ein Spiel, eine geballte Faust, vielleicht sogar ein Plakat. Dieses ist aber nur Mittel zum Zweck – ein Katalysator. Es ermöglicht Reaktionen, ist aber nicht ihr Ergebnis.
Wir sind jenseits ausgetretener Pfade unterwegs. Wer sich etwas besser auskennt, geht voran. Es geht um Experimente an den Grenzen der Disziplinen. Gemeinsam arbeiten, kollektiv Entwerfen. Wir schätzen individuelle Exzellenz– aber sie gedeiht nur in der Auseinandersetzung mit dem Kollektiv. Auf Augenhöhe.
Ökonomie ist ein Faktor. Arbeit muss vergütet werden. Wir suchen keine Kund_:o)Innen und Aufträge. Wir suchen: Komplizen*innen und Herausforderungen. Es geht nicht darum,
Avantgarde zu sein. Uns interessiert, wer nach uns kommt, wer weitermacht, was wir angefangen haben. Deshalb gründen wir mut&anmut – institut für gestaltung zur Förderung studentischer Initiativen, einer zukunftsfähigen Lehre und gestalterischer Experimente zur Weiterentwicklung unseres Berufsfeldes.
Wer noch ein paar Latten am Zaun hat, ist herzlich willkommen, mit uns ein stattliches Baumhaus zu zimmern.