






Wettbewerbsbeitrag zur Initiative Schlossaneignung in Zusammenarbeit mit der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst.
Im Sommer 2024 forderte die Initiative Schlossaneignung, die mit dem Nachbau der Berliner Schlossfassaden erfolgte Preußenverherrlichung aufzubrechen. Sie schrieb: »Seit dem Abriss des Palastes der Republik wird hier nur noch die Schaufassade des preußischen Königshauses und des Deutschen Reichs präsentiert. Doch das Schloss stand […] für die Deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts: Für die Revolution von 1918, die Zeit der Weimarer Republik, des Zweiten Weltkriegs, der Deutschen Teilung und der DDR, aber auch der friedlichen Wiedervereinigung und der kulturellen Aneignung des Baus. Wir fordern, dies mit künstlerischen Mitteln wieder am Ort an-schaulich zu machen und in die Fassaden des Humboldtforums einzuschreiben.«
Wir haben uns für die Teilnahme am Wettbewerb entschieden aber gegen die Imitation historischer Spuren. Wozu die Beschädigungen durch die Kämpfe zwischen Roten Matrosen und Freikorps imitieren? Künftige Revolutionen werden ihre Spuren einschreiben. Das soll nicht unsere Sorge sein. Wir schlagen vor, das »Schloss« zur Baustelle zu machen und einzurüsten. Ein Gerüst ist wie ein Regal. Darin wäre Platz für manches, was in Berlin keinen Raum findet: Studentisches Wohnen, gestalterische Produktion, soziale, kulturelle und politische Initiativen. Es wäre ein Ort, an dem die Bevölkerung erproben, besprechen und planen könnte, was sie im Zentrum ihrer Stadt wirklich braucht. So wie 1946, als in der Schlossruine mit der Ausstellung »Berlin plant« der Wiederaufbau der Stadt diskutiert wurde.
Beteiligte Personen:
Carla Baumeister
Konstantin Hildebrandt
Steffen Schuhmann
Lene Zech
Sophia Kyrou